Mitteilung des Bistums Fulda
In seiner Ostermontagspredigt hat Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez die Emmausgeschichte als Beispiel für menschliche Krisenerfahrungen gedeutet.
Im Fokus stand der Weg von Enttäuschung hin zu neuer Zuversicht, getragen von der Erfahrung, dass Christus den Menschen nahe ist und sie begleitet. Nach dem Gottesdienst fand die traditionelle Ostereiersuche für die Sängerinnen und Sänger des Jugendkathedralchores statt.
Der Weihbischof stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt die Worte der Jünger: „Wir aber hatten gehofft“. Darin spiegele sich eine Erfahrung, die viele Menschen kennen, wenn Erwartungen zerbrechen und Hoffnungen sich nicht erfüllen, sagte Diez.
Für die Jünger sei mit dem Tod Jesu zunächst alles verloren gewesen, ihr Glaube erschüttert und ihre Hoffnung enttäuscht.
Zugleich hob der Weihbischof hervor, wie wichtig es ist, Trauer zuzulassen und auszusprechen. Wörtlich sagte er: „Es ist heilsam, wenn man in der Traurigkeit reden kann. Man muss sich Zeit nehmen für die Traurigkeit.“
Die Emmausjünger würden genau dies tun, indem sie ihre Enttäuschung miteinander teilen und verarbeiten.
Jesus als Begleiter und Zuhörer
Die entscheidende Wende liege in der Begegnung mit Jesus selbst. Dieser stelle sich an die Seite der Jünger, höre ihnen zu und begleite sie auf ihrem Weg.
„Er geht auf ihrem Weg mit ihnen!“, betonte der Weihbischof. In dieser Nähe und im gemeinsamen Gespräch beginne sich ihre Sicht zu verändern.
Beim Brechen des Brotes erkennen die Jünger dann den Auferstandenen. Ihre Trauer weicht neuer Hoffnung und Gewissheit. „Christus lebt!“ Diese Botschaft vertreibe alle Dunkelheit und eröffne einen neuen Blick auf das Geschehen, sagte der Weihbischof.
Erkenntnis und neue Hoffnung
Die Emmausgeschichte zeige, dass auch heutige Krisen und Zweifel nicht das Ende bedeuten müssen. Vielmehr könne der Glaube gerade in schwierigen Erfahrungen reifen und vertieft werden.
Die österliche Botschaft bleibe: „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen. Denn sie kommt vom Herrn, der den Tod überwunden hat.“ Das sei die bleibende Zusage des österlichen Glaubens, hob der Weihbischof hervor.
Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt vom Fuldaer Jugendkathedralchor (A- und B-Chor) unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. An der Domorgel spielte Domorganist Max Deisenroth.
Traditionelle Ostereiersuche
Für alle jungen Sängerinnen und Sänger des Jugendkathedralchores fand nach dem festlichen Gottesdienst im Fuldaer Dom-Garten die traditionelle Ostereiersuche statt.
Der schöne österliche Brauch, auf den sich die musikalischen Mädchen und Jungen das ganze Jahr über freuen, sorgt immer wieder für große Augen und glückliche Momente.
Den Startschuss zur Ostereiersuche gab Weihbischof und Domdechant Prof. Dr. Karlheinz Diez als Präses der Chöre am Fuldaer Dom.
Die Ostereiersuche im Dom-Garten gibt es seit mittlerweile 28 Jahren. Damit dankt der Präses den Sängerinnen und Sänger des Chores für ihr musikalisches und persönliches Engagement.



